Funktionelle Mutterkühe, vitale Kälber & leistungsfähige Bullen

 

 

Das Shorthorn ist ein robustes, sich dem jeweiligen Klima anpassendes, frühreifes Fleischrind, im mittelgroßen Rahmen, das gut marmoriertes Fleisch von feinfaseriger, saftiger Qualität liefert und dessen Schlachtkörper jedoch nicht mit unerwünscht hohem Fettanteil behaftet sein soll. Der Körper soll bei ausgeglichener Länge breit und kastenförmig sein.Ferner sollen die Tiere neben einem ruhigen Temperament eine große Muskelfülle sowie relativ feine und korrekte Gliedmaßen aufweisen. Die vererbungssichere Leichtkalbigkeit in Folge geringer Geburtsgewichte unterstreicht die hohe Eignung von Shorthornbullen für die Gebrauchskreuzungen mit anderen Rassen, speziell auch für die Belegung von Färsen.

 Älteste Fleischrinder-Rasse Deutschlands

Das Shorthorn-Rind gilt als älteste Kultur- und Zuchtrasse der Welt. Mit Ursprung in England entwickelte sich bereits um 19840 eine planmäßige Shorthorn-Zucht in Schleswig-Holstein mit dem Kernzuchtgebiet auf der Halbinsel Eiderstedt,  wo bis heute noch die meisten Shorthorn-Zuchtbetriebe angesiedelt sind. Bis Mitte der 1950er Jahre war das Deutsche Shorthorn auch als milchbetonte Doppelnutzungsrasse bis in die Wesermarsch und die Landkreise Oldenburg und Diepholz verbreitet, wo auch heute noch die immer mal wieder auftretenden Stichelhaar- bzw. Schimmelfärbung bei  einigen Holsteinlinien vom früheren Shorthorn-Einsatz zeugen. Mit der gezielten Ausrichtung auf die reine Milchproduktion nach dem ersten Weltkrieg wandelte sich das Deutsche Shorthorn von einer Doppelnutzungs- in eine reine Fleischrasse und gilt damit als ursprünglichste und älteste Fleischrinderrasse Deutschlands

Mit der Einfuhr weiterer Fleischrassen aus Großbritannien und Frankreich und sinkenden Bedeutung der Weide-und Ochsenmast wurde das mittelrahmige und frühreife Shorthorn-Rind in seiner Bedeutung zurück gedrängt. Während Shorthorns in Großbritannien, Nordamerika und Australien zu den populären Fleischrassen gehören, zählt das Deutsche Shorthorn mittlerweile zu den „vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen“ und wird in seiner Erhaltungszucht in Schleswig-Holstein und seit 2018 auch in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen finanziell vom BUND gefördert.

Hornlos, leichtkalbig und charakterstark

Das Deutsche Shorthorn ist ein frühreifes Fleischrind im mittleren Rahmen bei guter Muskelfülle. Aufgrund ihrer Wetterhärte und Leichtfutterigkeit eignen sich Shorthorns optimal für die Robustrinderhaltung, zur Beweidung von Extensiv- und Naturschutzflächen oder aber auch für die (extensive) Weidemast. Die täglichen Zunahmen liegen dabei in Extensivhaltung bei rund 900 g sowie bei der Weidemast bei etwa 1100 g TZ. Bei intensiverer Fütterung können aber auch problemlos Zunahmen von 1.400 g und mehr erreicht werden.

Die hohe Marmorierung und gute Fettabdeckung des Schlachtkörpers sorgt zudem für optimale Voraussetzungen bei der Erzeugung eines hochwertigen und sehr schmackhaften Fleisches, das sich auch sehr gut für die Veredelung nach dem „DryAged-Verfahren“ eignet. Durch ihre vererbungssichere Leichtkalbigkeit, die geringen Geburtsgewichte und das angenehme Temperament erleben Shorthornbullen in der Gebrauchskreuzungen mit anderen Rassen aktuell eine Renaissance, da sie hier speziell auch für die Belegung von Färsen verwendet werden können. Da der überwiegende Anteil der Population genetisch hornlos ist, sind Shorthorns gut für Einsteiger in die Mutterkuhhaltung oder zum Kreuzungseinsatz in enthornten Milchviehherden geeignet. Als Besonderheiten der Rasse gilt das hervorstehende Brustbein und die attraktive Schimmelfarbe, die neben einfarbigrot und weiß sowie rotgescheckt als rassetypische Färbung zugelassen ist.